Bell Labs verbessert interaktive Software für Energieverbrauchsmessung von SDN-, NFV- und Breitbanddiensten

G.W.A.T.T.-Software ermöglicht umfassendere Modellbildung für Virtualisierung und bandbreiten-intensive Video- und Spiele-Apps; auch zukünftige Netzentwicklungen lassen sich besser modellieren

January 15, 2015

Paris, 15. Januar 2015 - Bell Labs, der Forschungszweig von Alcatel-Lucent (Euronext Paris und NYSE: ALU), bietet jetzt das Netzanalyse- und -planungstool G.W.A.T.T. in einer erweiterten Version an. Die Anwendung ist für Netzbetreiber gedacht, die den zukünftigen Energieverbrauch und die Effizienz ihrer Netze besser planen wollen.

Mit G.W.A.T.T. 2.0 (Global ‘What if’ Analyzer of NeTwork Energy ConsumpTion) können Netzbetreiber die geplante Weiterentwicklung ihres Netzes noch besser modellieren. Die Applikation bietet Informationen über den Energieverbrauch sowie über die Kosten und die Klimabilanz beim verstärkten Einsatz neuer Technologien wie SDN und NFV. Sie analysiert auch Video- und Spiele-Anwendungen mit hohem Bandbreitenbedarf in Hinblick auf den Energiebedarf.

Der ständig steigende Energieverbrauch ist die größte Herausforderung für die Informations- und Kommunikationsindustrie. Die Energiekosten für den Netzbetrieb betragen mittlerweile mehr als 10 Prozent aller betrieblichen Aufwendungen. Der Betrieb von Daten-, Kommunikationsnetzen und Rechenzentren benötigte im Jahr 2013 weltweit 69 Gigawatt – damit könnte New York zwölf Jahre lang mit Strom versorgt werden.

Alcatel-Lucent unterstützt Netzbetreiber beim wirtschaftlichen und nachhaltigen Betrieb ihrer Kommunikationsnetze. Damit Betreiber besser berechnen können, wie sich der künftige Netzverkehr auf den Energieverbrauch auswirkt, hat Alcatel-Lucent im April 2014 diese Anwendung auf den Markt gebracht. Sie wurde mittlerweile fast tausend Mal zum Berechnen von Prognosen genutzt.

G.W.A.T.T. 2.0: Was ist neu?

Viele Betreiber wollen mit Virtualisierungstechniken Ressourcen effizienter nutzen, nicht zuletzt um den wachsenden Kundenanforderungen gerecht zu werden. Mit G.W.A.T.T. 2.0 können sie fundierter Entscheidungen zur Transformation ihrer Netze treffen. Die neue Version beinhaltet:

  • eine umfangreichere Modellierungsmethode der energetischen Auswirkungen von Virtualisierungstechnologien wie SDN und NFV,
  • eine Methode zur Modellierung von Apps mit hohem Bandbreitenbedarf wie Videos und Spiele,
  • eine flexiblere Anpassung der Prognosen, wenn sich Marktbedingungen ändern oder der Netzbetreiber eigene Analysedaten einspeisen will,
  • ein Verfahren zum Modellieren von Netz-Upgrades, die stufenweise durchgeführt werden. Durch das Auswählen von Teilbereichen des Netzes können Betreiber die möglichen Auswirkungen von Teilupgrades sehen. Zuvor hatten sie lediglich die Möglichkeit, sich die Energiebilanz bei einem 100-prozentigen Technikaustausch darstellen zu lassen.

G.W.A.T.T. 2.0 liefert Netzbetreibern einen kompletten Überblick über das gesamte Netz. Die Software erfasset die Auswirkungen neuer Technologien und Dienste auf den häuslichen Bereich und auf Unternehmensnetze, auf Mobilfunknetze und Festnetze, auf Metro-, Edge- und Core-Netze sowie auf Rechenzentren. G.W.A.T.T. 2.0 zeigt den Energieverbrauch an jeder Stelle an. Das erleichtert es den Betreibern, Hotspots mit dem höchsten Energieverbrauch im Netz zu identifizieren. Die Analyse zeigt dabei auch, welche Technologien und Formen des Netzausbaus besonders energiesparend sind.

G.W.A.T.T. 2.0 adressiert eine Vielzahl relevanter Fragen:

  • Wie hoch ist der Gesamtenergieverbrauch der Telekommunikationsnetze?
  • Wo wird aktuell am meisten Energie im Netz verbraucht und wieviel kostet der Netzbetrieb heute und zukünftig?
  • Wieviel Energie benötigen Mobilfunknetze? Wieviel Rechenzentren?
  • Wie wirken sich die steigende Nutzung und neue Anwendungen und Dienste auf den aktuellen Energieverbrauch und auf künftige SDN- und NFV-basierte Netzwerke aus?
  • Wie wird sich der Energieverbrauch der Netze auf Basis der technologischen Entwicklung der nächsten vier Jahre entwickeln?

„Alcatel-Lucent ist mit G.W.A.T.T. richtungsweisend für die Telekommunikationsindustrie. Netzbetreiber, Behörden und Umweltschutzorganisationen haben ein aussagekräftiges Tool zum Durchspielen von Was-wäre-wenn-Szenarien und ihren wirtschaftlichen und klimatischen Auswirkungen. In der Version G.W.A.T.T. 2.0 können Netzbetreiber die Lösung so konfigurieren, dass sie das reale Netz und zukünftige Architekturen widerspiegelt. Alcatel-Lucent ist der erste Anbieter, der auch die Einflüsse von SDN und NFV auf die Umweltverträglichkeit quantitativ analysiert. Jeder, der dem globalen Klimawandel begegnen will, sollte die G.W.A.T.T.-Webseite besuchen“, kommentiert Joe Hoffman, Practice Director, Mobile Networks, bei ABI Research.

„Die Frage ist nicht, ob Energiethemen das wirtschaftliche Ergebnis der Netzbetreiber beieinflussen, sondern wann. Steigende Netznutzung darf nicht zu gleichermaßen steigenden Betriebskosten führen. Deshalb ist es umsichtig, hier eine Energiestrategie ins Spiel zu bringen. Alcatel-Lucent übernimmt eine Führungsrolle bei der Adressierung dieses zentralen Themas“, ergänzt Greg Whelan, Principal Analyst bei Greywale Management/ACG Research.

„Durch das Internet der Dinge und die weiter wachsende Nutzung von Video- und Clouddiensten wird der Netzverkehr massiv ansteigen. Darum ist es für Betreiber umso wichtiger, einen vollständigen Überblick über den energetischen Einfluss unterschiedlicher Entwicklungsvarianten ihrer Netze zu haben. G.W.A.T.T. 2.0 wurde genau dafür entwickelt. Außerdem hilft die Software dabei, die Integration neuer Technologien in die Netze zu planen“, sagt Marcus Weldon, Chief Technology Officer bei Alcatel-Lucent und Präsident von Bell Labs.

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